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Waschbär erobert Gärten und Parks

Aufgerissene Müllsäcke, ausgerissene Blumen im Gartenbeet, leergefressene Obstbäume, nächtliche Randale auf dem Dachboden und Kothaufen im Holzschuppen, beschäftigen zunehmend Haus- und Kleingartenbesitzer. Die Suche nach dem Verursacher führt dann meist zu einem einzigen Täter: dem Waschbär. Dieser putzig aussehende Kleinbär ist ein typischer „Kulturfolger“ und hat inzwischen geschickt und anpassungsfähig auch die Gärten und Parks in den Großstädten erobert.

 

„Der Waschbär breitet sich immer schneller aus. Das bestätigen nicht nur die Beobachtungen von Haus- und Gartenbesitzern“, erklärt Helmut Nickel, Vorsitzender der Jägervereinigung Oberhessen. So habe beispielsweise die Jagdstrecke 1997 im Vogelsbergkreis 355 Tiere betragen. Die Streckenergebnisse seien seit dieser Zeit kontinuierlich bis auf 3879 im Jahr 2012 angestiegen. Dies bedeute eine Zunahme um mehr als das zehnfache.

Frei lebende Waschbären gibt es laut Nickels Worten in Deutschland erst seit 1934. Damals wurden am nordhessischen Edersee einige Exemplare ausgesetzt, die sich in der Folgezeit immer weiter ausbreiteten. Inzwischen würde der Bestand in der Bundesrepublik auf 500.000 Tiere geschätzt.

 

„Ausgesprochener Fleischliebhaber“

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -

Sie sehen so putzig aus, können aber auch zur Plage werden:
Es gibt immer mehr Waschbären in der Region.  (Foto: pm)

 

 

„Waschbären im Schuppen oder im Garten können nerven, doch mancherorts werden sie zu einer echten Gefahr. Die Allesfresser terrorisieren die Vogelwelt und sind ein Gesundheitsrisiko für den Menschen“, so der Vorsitzende. Die putzig aussehenden Kleinbären würden zur Gefahr für jedes Gelege, auch Jungvögel würden nicht verschmäht. Nach Angaben des Deutschen Jagdschutzverbandes hätten im benachbarten Thüringen die Waschbären bereits jeden fünften Horst des bedrohten Uhus erobert. Damit würden aufwendige Artenschutzbemühungen zunichte gemacht.

Der Zoologe Professor Ragnar Kinzelbach vom Institut für Biowissenschaften der Uni Rostock habe in einem Zeitungsbeitrag den Waschbär als „ausgewiesenen Kletterer und ausgesprochenen Fleischliebhaber“ bezeichnet. „Dabei räumt er auch Gelege auf den Bäumen aus, was andere Räuber nicht können. Selbst im Seeadler-Horst wurden schon Waschbären gesichtet.“ Laut Nickel ist der Kontakt mit Waschbären für den Menschen zudem nicht ohne Risiko. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere hätten aus ihrer Heimat einen bis dahin in Mitteleuropa unbekannten Spulwurm eingeschleppt. Dieser würde in den USA für schwere Erkrankungen und Todesfälle bei Menschen, insbesondere bei Kinder und Jugendlichen, verantwortlich gemacht. Bis zu 70 Prozent der Tiere seien vom Parasiten befallen.

„Trotz Schäden und größtem Ärger mit diesem Räuber gilt aber auch für den Waschbär das Tierschutzgesetz“, erklärt der Vorsitzende. Dies bedeute, dass auch bei diesem Tier die Brut- und Setzzeit, also die Aufzuchtzeit für die Jungen, zu beachten ist. Darüber hinaus habe der Fangjagdbeauftragte der Jägervereinigung Oberhessen, Klaus Schmidt aus Rabenau Informationen erhalten, dass Waschbären offensichtlich von Privatpersonen mit Tellereisen gefangen wurden. Dies habe zu schweren Verletzungen geführt. Nickel weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einsatz dieser Fanggeräte bereits seit 1934 (!) streng verboten ist. Selbst beim Lebendfang dürfe das Töten nur von einer geeigneten Person mit der Schusswaffe ausgeführt werden.

„Wer ein Waschbärproblem hat, sollte sich erst einmal mit einem ortsansässigen Jäger in Verbindung setzen. Darüber hinaus plant die Jägervereinigung Oberhessen eine Fangjagdschulung, die im September stattfinden wird, kündigt Nickel an.

 

13.07.2013
Gießener Allgemeine

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