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Von innen nach außen mähen

 

TIERSCHUTZ -  Jäger bitten Bauern um Rücksichtnahme auf Rehkitze und Bodenbrüter

 

„Die sintflutartigen Regenfälle haben nicht nur Straßen in Flüsse verwandelt, Städte überschwemmt und überflutete Keller verursacht. Auch Landwirte, Bodenbrüter und Jungtiere sind erheblich davon betroffen.“ So beurteilt der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel (Grünberg), die Situation nach den Regenfällen in den letzten Tagen und Wochen. Die Situation sei dramatisch.

Landwirte seien bei der Silagemahd auf einen frühen Mähtermin angewiesen. Dies sei für die Einbringung von jungem, eiweißreichen Futter die Voraussetzung. Eine Frühmahd wäre jedoch aufgrund des Dauerregens nicht möglich gewesen. Viele Äcker und Grasflächen würden derzeit eher an ein Reisfeld in Asien, als an eine Mähwiese erinnern. „Nester stehen zum Teil unter Wasser und zahlreiche Jungtiere, wie Rehkitze und Junghasen sind bereits dem Regen und der Kälte zum Opfer gefallen“, fährt Nickel fort.

 

 

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Eine geänderte Mähtechnik kann Leben retten und vor Verstümmelung bewahren                (Graphik: DJV)

 

Nach dieser langer Regen- und Kälteperiode könne nun mit der Silagemahd begonnen werden. Trotz des Zeitdruckes dürfe aber auf Maßnahmen zum Schutz von Jungwild nicht verzichtet werden. Nickel bittet daher die Landwirte beim Mähen von höher gelegenen, trockeneren Flächen besondere Vorsicht walten zu lassen. Man müsse damit rechnen, dass Rehmütter ihre Kitze bereits dorthin gebracht hätten und hier mit einer größeren Konzentration an Jungwild gerechnet werden müsse.

„Es gibt immer noch keinen zuverlässigen Schutz für Jungtiere, aber auf die zumutbaren Maßnahmen darf man nicht verzichten. Dies ist vor allem die Vergrämung“, so Nickel. Damit würden Muttertiere beunruhigt und veranlasst, Ihre Jungen über Nacht aus dem Mähbereich zu entfernen. Hierzu seien Windrädchen sehr gut geeignet, die einen Lärm erzeugen, der sich ständig verändere. Auch auf die herkömmliche Wildscheuche zurückzugreifen, sei immer noch besser als gar nichts zu tun. Beides könne noch in Verbindung mit einem Duftstoff verstärkt werden. Auch das „anmähen“ einer Wiese am Vorabend der Mahd sei ein mögliches Mittel zur Vergrämung.

Doch nicht nur Scheuchen und Duftstoffe, sondern auch die richtige Mähtechnik könne viele Tiere – nicht nur Rehe, sondern auch Wiesenbrüter -  vor dem Mähtod retten. Bei der herkömmlichen Methode „von außen nach innen“ hätten die Tiere kaum die Möglichkeit zu flüchten. Sie würden instinktiv ins Innere der Fläche laufen und dort eingekesselt. Besser sei: von innen nach außen mähen. Dazu solle der Landwirt sofort in das Innere der Parzelle fahren und dann links herum nach außen fahren. Dieses Verfahren bedeute für den Landwirt nicht mehr Aufwand, aber es sei ein wichtiger Beitrag, Jungwild vor Tod und Verstümmelung zu bewahren.

 

Gießener Anzeiger
04.06.2013

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