Benutzername: Passwort:

Haben Sie Ihre persönlichen Daten vergessen?

 

bei der JVO suchen


 

Mehr Tierschutz mit neuer Technik

Jägervereinigung Oberhessen präsentiert Octokopter mit Wärmebildkamera zum Auffinden von Rehkitzen

 

Ein wenig musste man schon an eine fliegende Untertasse denken, wenn man die Präsentation eines sogenannten Octocopters gestern um die Mittagszeit oberhalb von Lardenbach verfolgte. Die Jägervereinigung Oberhessen hatte zu einem Ortstermin geladen, um für den Einsatz dieses Fluggeräts zum Auffinden von Rehkitzen vor der Mahd zu werben. Seit 2005 beschäftigte man sich intensiv damit, eine gute Lösung zu finden, sagte Vorsitzender Helmut Nickel.

 

NUR DER PREIS IST HOCH

 

Das klassische Vergrämen – also das Verscheuchen – sei derzeit die gängige Methode. Damit würde man aber nur Kitze retten, die schon den Fluchtinstinkt hätten. In den ersten drei Wochen würden sich junge Rehe bei Gefahr ducken, was ihnen zum Verhängnis werden könnte, erläuterte Nickel. Um einen Hektar für das Mähen abzusuchen, brauche man mit zwei Personen ein bis zwei Stunden. Dass es auch wesentlich schneller geht, wurde bei der Vorführung deutlich. Innerhalb weniger Minuten suchte der Octocopter das vordefinierte Gebiet mittels GPS-Steuerung ab. Bestückte mit einer Wärmebildkamera. Konnten mehrere „verdächtige“ Stellen ausgemacht werden. Die wurden dann noch einmal einzeln angesteuert. Und es zeigte sich, dass an einer Stelle vor nicht allzu langer Zeit ein Reh sein Lager hatte.

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -

Mit dem Einsatz eines Octocopters samt Wärmebildkamera können vor der Mahd Rehkitze im hohen Gras viel
besser als bisher entdeckt werden. Das wurde bei einer Präsentation mit Projetkbeteiligten nahe Lardenbach deutlich.
Die Jägervereinigung Oberhessen appelliert an die Landwirte, diese neue Technik zu nutzen   (Fotos: Geck)

 

 

Von der Zielgenauigkeit überzeugt, hatte die Jägervereinigung vergangenes Jahr einen Preis dafür ausgelobt. Das brachte das hessische Landwirtschaftsministerium dazu, die Weiterentwicklung des Sensors mit Fördergeld zu unterstützen. Federführend ist bei diesem Projekt das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt. Mit im Boot ist die Firma Claas als Hersteller von Landmaschinen. Deren Mitarbeiter – Ralf Beyer an den „Joysticks“ und Michael Sauer am Kontrollmonitor – waren eigens aus dem baden-württembergischen Bad Saulgau gekommen, um am Feld von Landwirt Christian Loob über den aktuellen Stand des Vorhabens zu berichten.

So schwirrte das 1,8 kg schwere Gerät mit einem Durchmesser von gut einem Meter in rund 50 Metern Höhe über dem Zielgebiet und überprüfte kurzerhand 80 vorgegebene Punkte. Wie sich zeigte, ist die Technik durchaus praxistauglich ausgereift. Nur der Preis ist noch hoch. Rund 25.000 Euro kostet ein solches Einzel-stück inklusive Kamera. Die Anschaffung könnte wohl noch  günstiger werden, wenn man in die Kleinserienproduktion einsteigen könnte und /oder die Kosten verteilt.

Die Jägervereinigung Oberhessen e.V. empfiehlt, die Technik zum Schutz der Tiere zu nutzen. Auch Landwirte würden profitieren. Mittlerweile sei man bei den Mähmaschinen in der vierten Generation und mit bis zu 20 Kilometern pro Stunde im Feld unterwegs. Da könne man mit der Gewissheit, unfallfrei seine Arbeit zu verrichten, viel entspannter agieren, hieß es.

 

Giessener Allgemeine
02.07.2013

 weiter zu >> Jägervereinigung Oberhessen feierte an der Lardenbacher Grillhütte   oder zurück zu Kitz-Schutz aus der Luft <<  - - - wechseln zur übergeordneten Seite Presse 2013


Unterpunkte dieser Seite:

Jägervereinigung Oberhessen e.V. - Verantwortung für Wild und Natur
© 2010-2011 JVO  ~ Impressum ~