Benutzername: Passwort:

Haben Sie Ihre persönlichen Daten vergessen?

 

bei der JVO suchen


 

Schulen wirkten wieder aktiv am zweiten Tierschutzprojekt der Jägervereinigung Oberhessen mit 

 

Innerhalb weniger Jahre hat das Naturbild der jungen Generation gravierende Veränderungen erfahren: Für viele geht die Sonne inzwischen im Norden auf, Hühner legen drei Eier am Tag, Kühe haben elf Zitzen, aus dem Hirsch ist ein Reh und aus dem Kitz ein Hirschling geworden. 3.000 junge Menschen im Alter von 11 bis 15 Jahren hat Dr. Rainer Brämer, Natursoziologe an der Universität Marburg, in sechs Bundesländern befragt. Im sechsten Report seit 1997 haben die Jugendlichen über 150 Fragen zum Naturverständnis beantwortet.

 

„Das Naturwissen der Jugendlichen ist extrem mangelhaft“, stellt Dr. Brämer zusammenfassend fest. Eigene Erfahrungen könnten die Kinder und Jugendlichen kaum mehr sammeln. Aktivitäten wie Ferien auf dem Bauernhof, Gartenarbeit oder Spielen im Wald seien selten geworden und die Grundlagen einer nachhaltigen Naturnutzung nicht mehr präsent. Das Bewusstsein, dass alle Lebensmittel und auch alle Konsumgüter aus der Natur kommen sei nur noch schwach ausgeprägt.

Jägerinnen und Jäger stellen die Auswirkungen dieser Entwicklung immer wieder in der Praxis fest. „Das Bewusstsein, dass die Natur ein vielseitiger, sensibler Lebensraum und Kinderstube von vielen Lebewesen ist, scheint völlig abhanden gekommen zu sein“ stellt der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel fest. Die Natur werde immer mehr als großer Abenteuerspielplatz gesehen und vielerorts zu jeder Tages- und Nachtzeit von einem ungehemmten Freizeitdruck regelrecht „gebeutelt“.

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -

Viel Engagement bei den Kindern der Martin-Luther-Schule in Buseck

 

 

„Die Studie von Dr. Brämer hat uns in der Auffassung bestätigt, dass der erhobene Zeigefinger nicht viel bringt, wenn das Verständnis für natürliche Dinge nicht vorhanden ist“, fährt Nickel fort. Man habe daher bereits im Jahr 2010 mit dem Ausschuss für Naturschutz in der Jägervereinigung Oberhessen ein Projekt „Yeah, wir retten Rehkitze“ gestartet, mit dem die aktive Einbindung von Kindern in den Tierschutz und die Sensibilisierung der Kinder für die Schutzbedürftigkeit unserer Natur gefördert werden soll.

 

Die Kinder lernen dabei Lebensräume kennen und auf diese beim Aufenthalt in Wald, Feld und Wiese Rücksicht zu nehmen. Nur eine intakte Natur und ökologisches Gleichgewicht könnten langfristig als Grundlage für die Ernährung der Menschen dienen. Mit dieser Erkenntnis erhalten die Kinder den Zugang zu dem Begriff der Nachhaltigkeit. Sie erfahren, dass der Wald nur dann den Rohstoff Holz dauerhaft liefert, solange nicht mehr geerntet wird als nachwachsen kann und dass es sich genau so mit der Hege und mit der Bejagung des Wildes verhält.

 

„Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Jungwild zu im Frühjahr zu schützen. Die Vergrämung durch Geräusche bietet aber eine hervorragende Möglichkeit, Kinder von Anfang an mit einzubinden“, so Nickel. Nachdem seither Windrädchen gebastelt wurden, hatte man sich nun für ein Windspiel entschieden.

 

 An dieser Stelle wurden die Kinder der Grund- und Mittelstufe der Martin-Luther-Schule in Buseck, unter der Leitung von Annette Deibel-Wiechert und die Schüler der Klasse 3a der Mittelpunktschule Oberer Hüttenberg, Kirchgöns, unter der Leitung von Annette Schliebener, aktiv.

Mit bemerkenswertem Engagement und mit großer Begeisterung bauten die Kinder unter Anleitung der Jägerin Marina Steinmüller Windräder. Marina Steinmüller (Gießen-Allendorf)  ist Mitglied im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit bei der Jägervereinigung Oberhessen.

 

Die gebastelten Windspiele wurden am Vorabend der Grasmahd in den Wiesen  aufgestellt. Das ungleichmäßige Klingen der Windspiele stellt eine Beunruhigung dar und veranlasst die Muttertiere, Ihre Jungen über Nacht aus der „Gefahrenzone“ zu entfernen. Wichtig dabei ist auch das Erfolgserlebnis für die Kinder, die sich über die

Erfahrung freuten, dass mit aktivem Artenschutz und behutsamen Umgang mit der Natur unmittelbar Erfolg zu erzielen ist. Die Jägervereinigung Oberhessen dankt den Schülern, den Lehrerinnen an diesem Projekt. Zur Feststellung des Erfolgs ist für das nächste Jahr ist ein Projekt geplant, bei dem sowohl Windspiele, als auch Windrädchen eingesetzt werden sollen.

 

Wer sich im Übrigen für die wichtigsten Ergebnisse des Naturreports 2010 interessiert, findet diesen auf der Homepage der Jägervereinigung unter www.jaegervereinigung-oberhessen.de / Hege / Naturschutz / Naturwissen.  

 

 

Gießener Zeitung
20.12.2012

 weiter zu >> DIE PIRSCH - Ehrenpreis Wildretter  oder zurück zu Waldgesetz: Rücksichtslosigkeit immer größer <<  - - - wechseln zur übergeordneten Seite Presse 2012


Unterpunkte dieser Seite:

Jägervereinigung Oberhessen e.V. - Verantwortung für Wild und Natur
© 2010-2011 JVO  ~ Impressum ~