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Jägerschlag bei der Jägervereinigung Oberhessen 

 

Im würdigen Rahmen wurde am Sonntag der Jägerschlag im Landhotel Gärtner zelebriert. Mit dem Jägerschlag wird nach erfolgreicher Ausbildung die Aufnahme eines Jägers oder einer Jägerin in die Jägerschaft dokumentiert. Dieser Vorgang gehört zu den ältesten Brauchtümern der Jägerschaft und geht im Ursprung in eine Zeit zurück, als das Jägerhandwerk noch ein einer 3jährigen Lehre bei einem Lehrherrn erlernt werden musste. Während der Ausbildungszeit stieg der Jägerlehrling in jedem Jahr eine Stufe höher. So war er im ersten Jahr für die Betreuung der Jagdhunde zuständig und lernte, wie man sie ausbildet und wie man sie einsetzt.

Im zweiten Jahr erlernte er das Schießen und durchlief eine jagdliche und forstliche Ausbildung. Im dritten Jahr wurde er dann als „Jägerbursche“ an die Praxis herangeführt. Nach dem Abschluss der drei Jahre wurde der „Jägeranwärter“ dann von seinem Lehrherrn im Rahmen einer Feier zum Jäger geschlagen.

 

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Christine Gärtner verkleidete sich als Jagdfrau Erna - im Vordergrund das Team
vom Landhotel

 

Der Jägerschlag von heute hat zwar Tradition, aber es hat sich seit damals – wie in anderen Bereichen auch – vieles verändert. So war die Jägerausbildung von einst praxisbetont. Streng genommen bestand eigentlich die gesamt Ausbildung im Erlernen von Abläufen.

Mit der Abnahme der Notwendigkeit, die Jagd zum Nahrungserwerb auszuüben, haben sich im Lauf der Zeit auch die Jäger mehr und mehr vom Berufsjäger zum Freizeitjäger entwickelt.  Diese Entwicklung hat sich auch aus der Tatsache heraus ergeben, dass mit der Verpachtung einer Jagd – sei es durch eine Genossenschaft oder von privat – wesentlich höhere Einnahmen erzielen lassen, als durch die Gewinnung von Wildbret. Hinzu kommt außerdem die Veränderung der Schwerpunkte in der Ausbildung. So beschränkt sich die Jägerausbildung von heute mit Ausnahme der Schießausbildung auf die Vermittlung von theoretischem Wissen. Fächer wie Jagdrecht, Naturschutz und Tierschutz spielen dabei Hauptrollen.

Der Jägerschlag am Ende der Ausbildung sollte jedoch trotz Weiterentwicklungen unserer Gesellschaft seinen ursprünglichen Sinn nicht verlieren und eine ehrenhafte Aufnahme in die Jägerschaft bedeuten. Bei der Jägervereinigung Oberhessen geschieht dies im Rahmen einer kleinen Feier – möglichst am Feuer in freier Natur – durch drei Schläge mit dem Waidblatt auf die Schulter. Dabei spielt die überlieferte Formel noch immer eine Rolle: „Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weih´n. Der zweite Schlag soll Dir die Kraft verleih´n, zu üben stets das Rechte. Der dritte Schlag soll Dich verpflichten, nie auf Jägerehre zu verzichten!“

Die Zeremonie wurde von dem 1. Vorsitzenden Helmut Nickel vollführt. Ihm zur Seite stand der 2. Vorsitzende Ekkehard Kreuzer.

Mit dem Jägerbrief wurden ausgezeichnet: Christoph Winterholler (Bobenhausen), Matthias Müller (Weitershain), Benjamin Hasse, Christiane Hasse, David Hasse und Sarah Hasse (Herbstein), Dominik Stolekar (Weitershain), Hartmut Peter Rahn (Höckersdorf) und Peter Leinweber (Lollar). 

In Hessen konnte bislang kein Falkner ausgebildet werden, denn die Prüfungsordnung dazu fehlte. Die Oberhessische Jägervereinigung hat sich nun der Falkner-Ausbildung angenommen und die Ausbildungseinheit angeboten. Nun zieht auch das Land Hessen nach. Um als Falkner geweiht zu werden, muss man schon den Jägerbrief absolviert haben.

 

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Ehrung der Falkner (v.l.): Kurt Burg, Karl-Otto Gerhardt, Vorsitzender Helmut Nickel

 

Von der Greifvogelwarte Feldatal konnte Michael Simon als Gast mit einem Wanderfalken begrüßt werden. Dieser Wanderfalke wurde nun den Herren auf die Schulter gesetzt. Zum neuen Falkner wurden geweiht und sie erhielten eine Urkunde: Karl-Otto Gerhard aus Helpershain und Kurt Burg aus Ruppertenrod. Nach der Übergabe der Urkunden spielten die Jagdhornbläser der Jägervereinigung unter der Dirigentschaft von Klaus Lindenstruth das Signal „Jagd vorbei“ und anschließend „Auf Wiedersehen“. 

 

Mücker Stimme

15.11.2012 

 


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