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Darf in Ihrem Wohnzimmer ein Mountain-Biker fahren?

Chef der Oberhessen-Jäger verteidigt Wald - Heftige Kritik an Grünen und FDP 

 

(red). „Wir haben hierzulande ein Waldbetretungsrecht, aber kein Waldzerstörungsrecht. Man stelle sich vor, fremde Menschen erscheinen überfallartig im eigenen Wohn- und Schlafzimmer und beanspruchen dort alle Rechte. Dagegen würde sich jeder Mountainbiker verwahren. Genau dies fordern aber viele Mountainbiker im Hinblick auf die Wildtiere.“ So kommentiert der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel, die Forderungen von hessischen Mountainbikern, im Wald nach eigenem Gutdünken und ohne Rücksicht auf Tiere und Pflanzen ihre Strecken anlegen zu dürfen.

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -

                                                              Die Diskussion geht darum, ob Mountain-Biker
                                                              künftig kreuz und quer im Wald fahren dürfen wie es
                                                              Ihnen beliebt.                                      Foto: Achiv

 

 

Diese Extremradfahrer laufen nach Nickels Worten gegen die geplante Neufassung des Hessischen Waldgesetzes Sturm. Das Gesetz präzisiere jedoch lediglich den Begriff „feste Wege“, auf den auch nach bisherigem Recht das Radfahren im Wald beschränkt war.

„Damit Mountainbiker ihr Ziel erreichen, wird derzeit die Öffentlichkeit von allen möglichen Seiten so hinters Licht geführt, dass sich die Balken biegen“, fährt Nickel fort. So habe man im Fernsehen Mountainbiker gezeigt, die auf den üblichen befestigten Wegen fahren und dann deren Kommentar verbreitet: „Das ist in Zukunft verboten.“ „Doch eben dies ist und bleibt erlaubt“, betont Nickel. Die Mountainbiker forderten jedoch die uneingeschränkte Nutzung des Waldes ganz nach ihrem Gutdünken. Die Verdrängung von Wildtieren und Schäden an jungen Waldbäumen würden dabei billigend in Kauf genommen. Nickel: „Ganz unabhängig davon hat der Wald schließlich auch einen Besitzer, der damit quasi entmündigt wird.“

Nickel zeigt sich auch enttäuscht vom Verhalten des Vogelschutzbundes Nabu: „Wie will beispielsweise die Nabu-Führung der Öffentlichkeit weismachen, dass sie die Interessen des Naturschutzes vertritt, aber gleichzeitig die angestammten Lebensräume von Tieren für ungehemmtes Freizeitvergnügen zur Disposition stellt?“ Dies sei Klientelpolitik für „Großstadt-Yuppies“, die ein ganz spezielles Verständnis von Tier- und Naturschutz hätten.

 

jaegerverinigung_oberhessen_vorsitzender_helmut_nickel

     Helmut Nickel

 

„Aber neben dem Nabu verhält sich auch die Politik in dieser Frage äußerst fragwürdig“, kritisierte Nickel. Offenbar gehe es nur noch um Wählerstimmen. Obwohl die Grünen stets aufträten, als hätten sie die Ökologie gepachtet, zeigten sie beim Waldgesetz keine Bereitschaft, klar und deutlich für den Schutz der Lebensräume von Tieren und Pflanzen einzutreten. Auch von der FDP, die auf die Linie der Mountainbiker umgeschwenkt sei, sei er „schwer enttäuscht“. „Mein Schreiben vom 30. Juli an den Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Greilich wegen dieses populistischen Rückziehers ist immer noch nicht beantwortet worden“, monierte Nickel.

Der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen ruft alle heimischen Jägerinnen und Jäger auf, sich gegen den „Ausverkauf des Lebensraums Wald“ zu wehren und gegenüber den hessischen Politikern entschieden ihre Meinung und zu tun. 

 

Gießener Anzeiger
16.08.2012
 

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