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Viel weniger Unfälle bei der Jagd als im Straßenverkehr

 

 

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  Foto: dpa

 

Leserbrief zum Artikel "Tierschützer fordern Reduzierung der Jagd" vom 7. Februar im Gießener Anzeiger:

 

Das Ziel des Artikels ist unmissverständlich. Jäger werden als gefährlich und unzuverlässig dargestellt, wobei man sich auf gesammelte Presseberichte beruft. Warum greift man nicht auf amtliche oder versicherungstechnische Statistiken zurück? Eine Angabe wo sich diese Unfälle ereigneten – in Deutschland, Europa oder weltweit – fehlt ebenso wie der Hinweis, ob es sich um Unfälle durch Waffenanwendung handelte, oder ob als Ursache eine Fremdeinwirkung in Frage kommt. Ich finde leider auch keinen Hinweis, wer die „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ ist und wie der räumliche Bezug zum Kreis Gießen hergestellt wurde.

 

Fakt ist, dass das Jagdgesetz durch eine Vielzahl anderer Gesetzes- und Verordnungskreise wie der Tierschutz, Artenschutz, Naturschutz und das Bürgerliche Gesetzbuch dominiert wird. Fakt ist auch, dass in der Bundesrepublik Deutschland einem Jäger bei der geringsten Verfehlung der Jagdschein entzogen wird und zwar unabhängig von einer einschlägigen (also jagdlichen) Verfehlung. Lediglich der Sachverhalt der Zuverlässig, bzw. die Bewertung der Unzuverlässigkeit bietet hierfür die Grundlage.

 

Nun zu meinen Fakten und Zahlen. Diese stammen nicht aus der Summe von Pressemeldungen, sondern aus seriösen Quellen. So gab es zum Beispiel im Jahr 2008 im Bereich der Bundesrepublik Deutschland zehn tödliche Unfälle (Quelle: SpV-LSV-Statistik). Drei Unfälle ereigneten sich dabei bei Drückjagden mit einer Waffe. Die meisten Unfälle – nämlich vier – ereigneten sich durch oder mit Hochsitzen. Wer diese ansägt oder beschädigt, dürften wohl keine Jäger sein.

 

Das Verhältnis von Jagdunfällen im Vergleich zu anderen Freizeitunfällen oder zu Unfällen des täglichen Lebens zeigt, dass es sich bei der Jagdausübung um eine der ungefährlichsten Aktivitäten handelt, obwohl hier Schusswaffen im Einsatz sind.

So gab es im Jahr 2008 in Deutschland 24.4 Millionen Führerscheininhaber und ca. knapp 5.000 Verkehrstote (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die Wahrscheinlichkeit für Autofahrer im Straßenverkehr ums Leben zu kommen, liegt damit bei ca. P= 0,0002 (0,02 Prozent). 

In Deutschland gab es im gleichen Jahr 348.000 Jagdscheininhaber und 3 Tote durch Schusswaffen. (Quelle: Bundesgemeinschaft der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften). Die Wahrscheinlichkeit für Jäger auf der Jagd ums Leben zu kommen liegt bei ca. P= 0,000009 (0,0009 Prozent).

 

Setzt man diese Zahlen ins Verhältnis, d.h. die Wahrscheinlichkeit im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken oder bei der Jagd tödlich zu verunglücken, dann ist es als Führerscheininhaber 22 x gefährlicher am Straßenverkehr teilzunehmen als auf der Jagd mit der Waffe umzugehen.

 

Ebenfalls im Jahr 2008 gab es 800.000 Mitglieder im Deutschen Alpenverein (DAV), 48 starben beim Bergwandern. (Quelle: Deutscher Alpenverein). Die Wahrscheinlichkeit beim Bergwandern ums Leben zu kommen liegt demnach bei P= 0,00006 (0,006 Prozent).

 

Setzt man auch diese Zahlen ins Verhältnis, d.h. die Wahrscheinlichkeit beim Bergwandern tödlich zu verunglücken oder bei der Jagd tödlich zu verunglücken, dann ist es für Bergwanderer 7x gefährlicher zu wandern, als auf der Jagd mit der Waffe umzugehen.

 

9. März 2011
Helmut Nickel, Grünberg
Jägervereinigung Oberhessen

 

 

  


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