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Gefährlichste Zeit für alle Wildtiere 

Einstandskämpfe und Zeitumstellung - 215 000 tote Rehe 

 

(red). Die Uhren wurden für die Sommerzeit eine Stunde vorgestellt. Abrupt fallen dadurch plötzlich morgendlicher Berufsverkehr und Dämmerung zusammen. Damit steigt das Risiko für Wildunfälle schlagartig, denn Rehe sind besonders in den frühen Morgenstunden verstärkt auf Futtersuche. Nach dem langen Winter sind die Notreserven aufgebraucht - das Frühstück wird zum tödlichen Glücksspiel

 

 

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 Oft genug Fallwild: 214 483 Rehe starben 2010 durch Autos

 

 

Hinzu kommen im April bis Anfang Mai Einstandskämpfe, denn Rehe sind Einzelgänger, die außerhalb der Notzeit ihr Territorium behaupten. Den Unterlegenen bleibt nur die Flucht vor dem oder der Stärkeren - auch blindlings über Straßen. Helmut Nickel, der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, appelliert daher an alle Autofahrer, derzeit besonders an Wald- und Feldrändern aufmerksam zu sein.

Die Tiere folgen bei ihrer Futtersuche einem festen Rhythmus. Sie wandern vom Wald, ihrem Schlafzimmer, zu nah gelegenen Wiesen und Feldern, ihrem Esszimmer. Ein gefährliches Unterfangen, zeigt die aktuelle Unfallstatistik des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV): Allein 214 483 Rehe kamen im Jagdjahr 2009/2010 auf Deutschlands Straßen unter die Räder - das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Aber auch Wildschweine, Hirsche und kleinere Tiere werden jedes Jahr zu Tausenden überfahren.

„Die meisten Wildunfälle passieren in den Monaten März und April und nicht in der Brunftzeit, wie oft fälschlicherweise angenommen wird“, stellt Nickel fest. Denn jetzt lockt das frische Grün: Nachdem Rehe und andere Pflanzenfresser den Winter im Energiesparmodus verbracht haben, sind sie nun hungrig. Gehörn- und Geweihbildung bei männlichen Tieren, Fellwechsel oder die Geburt und Aufzucht des Nachwuchses sind besonders Kraft zehrend. Auch die Streusalzreste am Straßenrand sind eine hochwertige Delikatesse für die Tiere. Denn jetzt gilt es, den leeren Mineralhaushalt aufzufüllen. Ein zusätzliches Risiko für Tier und Mensch.

„Sollte es zu einem Wildunfall kommen, sollte man Ruhe bewahren und die Unfallstelle absichern. Auch müssen Polizei und, wenn bekannt, der zuständige Jäger benachrichtigt werden. Die getöteten Wildtiere dürfen keinesfalls mitgenommen werden, dies wäre Wilderei“, fährt Nickel fort und bittet darum in jedem Fall den zuständigen Jagdpächter zu informieren, auch wenn am Fahrzeug kein sichtbarer Schaden entstanden und das Tier geflohen ist.

Denn verletztes Wild läuft unter Schock erst einmal weiter. Ein Jäger kann es mit einem speziell ausgebildeten Hund suchen und von seinen Qualen erlösen. Ist der Jagdpächter nicht bekannt, hilft auch die örtliche Polizei weiter. 

 

Giessener Anzeiger

13.04.2011


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