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Naturschutzpreis für Rolf Walter Becker

Jägervereinigung Oberhessen würdigt auch Verdienste von Otfried Weber, Thomas Fuhr und Klaus Schmidt

 
 
„Die Jagdverbände unterstützen die Arbeitsgemeinschaft Rotwild Deutschland weder ideell noch finanziell hinreichend. Andere, jagdferne Verbände sind dabei, sich das Thema ,Sicherung der Zukunft des Rotwilds’ auf ihre Fahne zu schreiben.“ Das stellte der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel, in deren Hauptversammlung in Launsbach fest.
 
Nickel zeichnete den Gründer und Leiter der Rotwild-Arbeitsgemeinschaft (AG) Deutschland, Rolf Walter Becker (Biebertal), für seine „herausragenden Leistungen für unsere größte frei lebende Säugetierart“ mit dem Naturschutzpreis der Jägervereinigung aus.
 
  
 
„Becker hat bereits Anfang der 90er Jahre als Erster erkannt, dass die Wanderwege des Rotwildes über viel befahrene Verkehrswege bundesweit durch so genannte Grünbrücken gesichert werden müssen“, sagte Nickel in seiner Laudatio. Hirsche und Hirschkühe könnten Autobahnen und Schnellstraßen ohne diese Brücken gar nicht mehr überqueren. „Becker wusste, dass diese Wildart ohne ausreichenden Gen-Austausch zwischen den inselartigen Rotwildgebieten langfristig vor dem Aus steht“, erläuterte Nickel. Heute machten jedoch Verbände wie BUND und Nabu der Öffentlichkeit weis, dass sie diese Problematik entdeckt und selbst ihre Lösung gefunden hätten. Nickel: „Es ist deshalb kaum zu glauben, dass die Landesjagdverbände und ihre Dachorganisation, der Deutsche Jagdschutzverband, die Rotwild-AG nicht genügend unterstützen. Offenbar fehlt ihnen eine langfristige jagdpolitische Strategie.“ Als Referent für Wildbiologie und Naturschutz des Landesjagdverbandes Hessen habe Becker zudem 1991 die landesweite Erfassung des Rebhuhn- und Feldhasenbesatzes eingeführt, während andere Verbände noch mit reinen Phantasiezahlen operiert hätten, sagte Nickel. Dieses „Dauermonitoring“ von freilebenden Tierarten sei inzwischen von den Jägern bundesweit als Standardverfahren eingeführt worden.
 
Otfried Weber, der aus privaten Gründen sein Amt als stellvertretender Vorsitzender niederlegte, wurde für seine Verdienste um die Jägervereinigung, um die Wildzählungen für das Wildtierkataster Deutschland und um die Biotophege mit der silbernen Ehrennadel des Landesjagdverbandes ausgezeichnet. Klaus Schmidt und Thomas Fuhr wurden für ihre Verdienste um die Jungjägerausbildung und die Bereitstellung ihrer Reviere zu Ausbildungszwecken geehrt.
 
Im Jahresbericht wies Vorsitzender Nickel darauf hin, dass die Jägervereinigung inzwischen 281 Mitglieder zählt. 2008 wurden 15 Jungjäger ausgebildet, auch der derzeitige Kurs sei ausgebucht. Die Podiumsdiskussion zum Thema „Auswirkungen des Energiemaisanbaus auf das Wild und die wachsende Wildschadensproblematik“ war sehr gut besucht.
 
Die Ausschussvorsitzenden berichteten über Erfolge in der Jagdhundeausbildung, beim jagdlichen Schießen und Jagdhornblasen. Zur Ergänzung des Vorstands wurden einstimmig Ekkehard Kreuzer zum stellvertretenden Vorsitzenden sowie Jürgen John und Andreas Basselli zu Beisitzern gewählt. Die Rechnungsprüfer bescheinigten dem Schatzmeister eine ordnungsgemäße Kassenführung.
 
Darüber hinaus stimmte die Versammlung dem Vorhaben des Landkreises zu, erneut Professor Alexander Herzog sowie Professor Ernst Petzinger als Kreisjagdberater beziehungsweise dessen Vertreter zu ernennen. Die Mehrheit für Petzinger fiel jedoch sehr knapp aus. Herzog berichtete, dass die neue Jagdsteuersatzung des Landkreises Gießen wahrscheinlich „ganz oder in Teilen nichtig“ sei. Dies habe ihm nach Prüfung der Satzung ein Finanzgerichts-Experte bescheinigt. Danach könne eine Steuer nur ganz oder garnicht erhoben werden. Zudem könne die Abschaffung der Jagdsteuer nicht für den einzelnen Revierinhaber an bestimmte Bedingungen geknüpft werden. Außerdem zweifelte Herzog daran, dass der Landkreis hoheitliche Maßnahmen zur Verkehrssicherung und Tierseuchenhygiene ohne Weiteres auf Privatleute übertragen kann. Herzogs Vorschlag: „Solange der Kreis Jagdsteuern erhebt, sollten die Jäger das überfahrene Wild nicht entsorgen.“
 

Die Versammlung gab dem Vorstand grünes Licht für zwei Anträge zum Landesjägertag. Zum einen soll der Landesjagdverband eine Kampagne starten, damit die Jagdsteuer wie in zahlreichen anderen Bundesländern auch in ganz Hessen abgeschafft wird. Zum anderen soll ein konkreter „Managementplan“ für Luchs, Wildkatze und Wolf, deren Lebensräume sowie für ein Monitoring (Erfassung ihrer Verbreitung) durch die Jäger erarbeitet werden.


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