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Pressemitteilungen 2004

 

Jäger blasen zur Jagd auf die Bürokratie

Schilder dürfen nur von der Straßenmeisterei aufgestellt werden - "Nicht nachvollziehbar" - Petition an Verkehrsminister

KREIS GIESSEN (rsl). Zur Jagd auf die Bürokratie blasen die oberhessischen Jäger. "Die Amtsbürokratie führt noch dazu, dass bei Drückjagden auf Schwarzwild vielerorts auf eine Verkehrssicherung verzichtet werden muss", stellt der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel, fest. "Alles redet von der Globalisierung und Entbürokratisierung und wir erfahren täglich für uns positive und negative Regulierungen durch die EU. Alles soll gleich gemacht werden. Andererseits werden bereits auf den Kreisebenen die einfachsten Dinge völlig unterschiedlich gehandhabt", fährt Nickel fort.

Dies sei bei der Verkehrssicherung bei Drückjagden der Fall. Während in anderen Bundesländern lediglich die Polizei über die Aufstellung von Schildern informiert werden müsse, betreibe man im heimischen Raum teilweise einen Aufwand, der nicht nachzuvollziehen sei. Die Beantragung einer Genehmigung sei noch zu akzeptieren. Dem Antragsteller jedoch zusätzliche Kosten "aufzubrummen", indem die Verkehrszeichen für ein paar Stunden durch die Straßenmeisterei aufgestellt werden müssten, sei nicht gerechtfertigt. Die Jägervereinigung habe bereits den betroffenen Landkreis um Abhilfe gebeten. Trotzdem wolle man eine Regelung wie in anderen Bundesländern. Deshalb habe sich der Vorstand der Jägervereinigung Oberhessen zu einer Petition an den Hessischen Verkehrsminister entschlossen. Erreicht werden soll eine unbefristete Genehmigung auf Widerruf, sowie die generelle Erlaubnis zur Beschilderung durch den verantwortlichen Jagdleiter.

Stichwort Drückjagd: Bei einer Drückjagd wird das Wild im Wald beunruhigt, damit es aus der Deckung kommt. Anders die Ansitzjagd. Hier wartet der Jäger, bis Fuchs oder Reh auf der Bildfläche erscheinen. Es gibt auch die Treibjagd, bei der das Wild in eine bestimmte Richtung gescheucht wird, wo dann die Jäger schon warten. Bei Drück- und Treibjagden kann es immer zu gefährlichen Situationen auf nahen Straßen kommen. (dr)

Helmut Nickel
Giessener Anzeiger
23.09.2004


Kreisverwaltung ist Jägern entgegengekommen

"Verkehrsrechtliche Anordnung" nicht mehr nur für eine revierübergreifende Wildschweinjagd - Lob für Behörde

KREIS GIESSEN (rsh). Das Thema "Verkehrssicherung bei revierübergreifenden Wildschweinjagden" ist in den vergangenen Jahren bei Jägern immer im hiesigen Raum mehr und mehr zu einem Reizthema geworden. Die Jägervereinigung Oberhessen hat sich mit dem Landratsamt in Gießen in Verbindung gesetzt, um auf besondere Notwendigkeiten hinzuweisen und um die größten Probleme zu entschärfen. Vorsitzender Helmut Nickel sparte nicht mit Lob über die Gießener Straßenverkehrsbehörde, die nach seinen Worten "die Problematik ernst genommen hat und den Jägerinnen und Jägern - so weit es in ihrer Macht stand - entgegengekommen ist".

So habe sich das Einholen einer so genannten "verkehrsrechtlichen Anordnung" seither auf eine bestimmte Veranstaltung beschränkt, die wochenlang vorher geplant werden konnte. "Wenn jedoch beispielsweise eine Wildschweinrotte in ein Maisfeld eingedrungen ist, muss sofort gehandelt werden. Bis dann ein Antragsverfahren durchgelaufen ist, steht dort kein Stengel mehr", fährt Nickel fort. Bei dieser Regelung habe der Jäger zwischen zwei Fronten gestanden, nämlich zwischen den gesetzlichen Vorgaben, die eine verschärfte Schwarzwildbejagung forderten, und dem Verfahrensweg, der in vielen Fällen eine notwendige Reaktion rechtlich nicht zuließ. Außerdem musste sich der Betroffene einer Regressbeanspruchung aussetzen.

Neu sei nun, dass diese "Verkehrsrechtliche Anordnung" auch im Vorfeld für einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise für drei Monate erteilt werden könne, wobei auch Verlängerungen möglich sind. Die Verkehrsbehörde würde dann wie üblich eine Beschilderung festlegen. Für die ordnungsgemäße Aufstellung der Schilder sei der Jagdleiter beziehungsweise Antragsteller verantwortlich. Anträge auf Erteilung einer verkehrsrechtlichen Anordnung könnten im Kreis Gießen unter Angabe von Ort und Dauer beim Landratsamt Gießen eingereicht werden.

Nickel zeigte Verständnis für den Ärger über den immer noch verbleibenden bürokratischen Aufwand, wies aber ausdrücklich darauf hin, dass es derzeit keine Alternative gebe. Die "Allgemeine Verkehrssicherungspflicht" sei Ausgangspunkt für die Sicherung des Straßenverkehrs. Wenn der Organisator der Jagd ein Treiben in der Nähe von Verkehrswegen ansetze, müsse er dafür Sorge tragen, dass Verkehrsteilnehmer rechtzeitig gewarnt werden.

Mit dieser Regelung habe man nun im Kreis Gießen die gleichen Voraussetzungen wie im Kreis Marburg-Biedenkopf geschaffen. Problematisch sei es für die Jäger im Vogelsbergkreis. Dort würde gefordert, die Aufstellung der Verkehrszeichen durch die Straßenmeisterei vornehmen zu lassen. Recherchen der Jägervereinigung Oberhessen zufolge kann dieser Aufwand mit zusätzlichen Kosten zwischen etwa 200 und 500 Euro verbunden sein. Dies sei ein Unding und wohl einmalig auf weiter Flur. Es könne nicht angehen, dass der Gesetzgeber zur Vermeidung der Schweinepest einerseits die konsequente Schwarzwildbejagung anordne und auch überwache, andererseits aber eine bürokratische und kostspielige Hürde aufgebaut werde, die dem angestrebten Ziel zuwider laufe. Die Jäger fühlten sich "abgezockt".

Giessener Anzeiger
8.9.2004


Klares Nein zu Jagdverbot in Naturschutzgebieten

Jägervereinigung Oberhessen spricht von „Bankrotterklärung“ der Befürworter

Die Jägervereinigung Oberhessen lehnt nach wie vor ein Jagdverbot in Naturschutzgebieten ab. Vorsitzender Helmut Nickel nahm die Ankündigung des Regierungspräsidiums in Gießen über Befreiungen von jagdlichen Beschränkungen in Naturschutzgebieten zum Anlass, um die Standpunkte der Jäger zu verdeutlichen. Nickel sprach in einer Pressemitteilung von einer „Bankrotterklärung für die Befürworter eines Jagdverbotes in Naturschutzgebieten“. Seitens der Jägerschaft habe man schon immer Jagdverbote abgelehnt und auf die Konsequenzen hingewiesen.

Gerade Schwarzwild stelle sehr schnell fest, wo es in Ruhe gelassen wird. Einerseits habe man mit einem wahnsinnigen Populationszuwachs zu kämpfen, andererseits biete man dieser Wildart regelrechte Sicherheitszonen an, in denen sie unkontrolliert zu Schaden gehen könnten.

Die Folge seien nicht nur Schäden in den Naturschutzgebieten selbst, sondern auch in den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, gleich ob es sich um ein Gebiet mit FFH-Status handele oder nicht.

„Die Jagdausübung in Deutschland findet in den letzten 50 Jahren nach dem Grundsatz der Nachhaltigkeit statt. Dabei wird sowohl der Daseinsberechtigung des Wildes, als auch seinem Lebensraum Rechnung getragen,“ gab Nickel zu bedenken.

Alleine die Jagdausübung habe dazu geführt, dass es heute solche natürlichen Gebiete wie den „Kellerwald“ gebe. Paradoxerweise forderten nun Naturschutzverbände den Schutz des Kellerwaldes und gleichzeitig ein Jagdverbot in Schutzgebieten. Je nach Bedarf sei der gleiche Personenkreis jedoch nicht so zimperlich, wenn die Verteufelung des Schalenwildes im Mittelpunkt stehe. Dann würden plötzlich die Argumente umgedreht und dem Wild der Schädlingsstempel aufgedrückt. Solche „Bocksprünge“ zeigten deutlich, dass es eigentlich weniger um Natur- und Tierschutz, sondern vordergründig um die Aushöhlung des Jagdwesens gehe.

Auch im Zusammenhang mit der Schweinepest sei die Populationsentwicklung des Schwarzwildes bedenklich. Schließlich habe sich die Jagdstrecke in Hessen von 4.000 Stück im Jahr 1980 bis auf 70.000 im Jahr 2001 erhöht. Die Ursache hierfür liege nicht nur am guten Futter auf den landwirtschaftlichen Flächen, an den milden Wintern, oder an der vermehrten Eichelmast im Wald. Auch der Neuaufbau des Waldes nach den Sturmschäden habe für zusätzliche Lebensräume gesorgt, die sich gefüllt hätten. Jagdverbote in Schutzgebieten und die Forderung nach Ermöglichung von jagdfreien Zonen durch die Auflösung von Jagdgenossenschaften, würden die Probleme noch weiter verschärfen, da hierdurch zusätzliche sichere Geburtsstätten ohne eine Möglichkeit der Regulierung geschaffen würden.

„Nach dem Verursacherprinzip, müssten diejenigen zur Kasse gebeten werden, die diesen Unsinn anzetteln“ fasste Nickel zusammen. Es könne jedenfalls nicht angehen, dass eine Gruppe Naturschutz auf Kosten der Allgemeinheit betreibe und Jäger bei den hieraus entstehenden Wildschäden zur Kasse gebeten würden. Dinge wie Artenschutz und die Aufrechterhaltung eines ausgewogenen Wald- / Wild-Verhältnisses seien gerade in der Kulturlandschaft kein „Hexenwerk“, sondern verantwortungsvolles Jägerhandwerk.

Grünberg, den 20. August 2004
Helmut Nickel


Neuer Jagdverein im Kreis Giessen gegründet

Der „Pfaffenhof“ in Eberstadt erlebte am 17. Mai Geburt und Taufe eines neuen Jagdvereins. Als Taufpaten waren Jägerinnen und Jäger aus verschiedenen Regionen des Kreises und der Stadt Gießen anwesend. Helmut Nickel (Grünberg), der den Satzungsentwurf zum großen Teil vorbereitet hatte, erklärte die Ziele des Vereins und ging auf die Punkte in der Satzung ein, die über den üblichen Satzungsumfang hinaus gehen. Nach seinen Worten ist das Hauptziel des Vereins die Förderung und Umsetzung von Maßnahmen zum flächendeckenden Arten-, Tier-, Landschafts- und Naturschutz. Daraus ließen sich bereits wesentliche Aufgaben des Vereins ableiten. Man bekenne sich aber auch in aller Deutlichkeit zur Interessenvertretung für die Jägerschaft. Gerade die jüngste Vergangenheit habe gezeigt, dass sich eine offensive Vertretung nicht nur aufdränge, sondern auch erfolgreich sein kann, wenn man glaubwürdig arbeite und Fachkompetenz zeige. Ein weiteres wichtiges Ziel sei die Intensivierung der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen oder Verbänden aus den Bereichen von Jagd, Land- und Forstwirtschaft und Naturschutz, wie zum Beispiel mit den Hegegemeinschaften, dem Bauernverband und dem Verband der Jagdgenossenschaften.

Um diese Ziele verwirklichen zu können, habe man ein Satzungspaket geschnürt, das Nickel als „Oberhessen-Modell“ bezeichnete. Damit sei man bestens gerüstet, den sich laufend verändernden Bedingungen unserer Kulturlandschaft Rechnung zu tragen. So gäbe es über den üblichen Rahmen hinaus einen Fachausschuss für Artenschutz, Naturschutz und Biotoperhaltung, für dessen Besetzung den Hegegemeinschaften und dem Bauernverband ein Entsenderecht eingeräumt werde. Für die Besetzung eines Ausschusses für Jagdrechtsangelegenheiten sei die Beteiligung des Jagdberaters, eines Vertreters der Hegegemeinschaften und eines Vertreters des Verbandes der Jagdgenossenschaften vorgesehen. Schließlich gäbe es noch einen Ausschuss für Hegegemeinschaftsangelegenheiten, in den alle Hegegemeinschaftsvorsitzenden aus dem Wirkungskreis der Jägervereinigung berufen werden könnten. Bei der anschließenden Abstimmung wurde die Satzung einstimmig verabschiedet.

Bei der Namensgebung entschied man sich für „Jägervereinigung Oberhessen“. Damit soll der Bezug zum Satzungszweck, aber auch zur Basis der Jägerinnen und Jäger ausdrücklich unterstrichen werden.

Die Vereinsgründung war somit vollzogen und es folgte die Wahl des Vorstandes. Für die Wahl zum ersten Vorsitzenden wurde Helmut Nickel vorgeschlagen. Nickel wurde einstimmig gewählt. Er nahm die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen. Nach Nickels Worten gilt es nun, Punkt für Punkt der Satzung mit Leben zu erfüllen. Ebenfalls einstimmig gewählt wurden Otfried Weber (Grünberg) zum zweiten Vorsitzenden, Irina Reh (Gießen) zur Schriftführerin und Horst Metzger (Langgöns) zum Kassenwart.

Die Festsetzung der Beiträge fiel moderat aus. Zunächst soll für das Geschäftsjahr 2004 auf die Erhebung einer Aufnahmegebühr verzichtet werden. Bei der Höhe der Beiträge wurde das „angebrochene“ Jahr berücksichtigt, sodass für das Jahr 2004 ein halber Jahresbeitrag von 20 Euro für Erstmitglieder und 15 Euro für Zweitmitglieder zu entrichten sind. Hegegemeinschaften können die Mitgliedschaft zu einem Jahresbeitrag von 15 Euro erwerben.

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Unterpunkte dieser Seite:

Jägervereinigung Oberhessen e.V. - Verantwortung für Wild und Natur
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