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"Fuchsräude" ist auf andere Säugetiere und auch auf Menschen übertragbar

An der Kreisgrenze Gießen/Vogelsberg wurden in den letzten Wochen bei auffälligen Füchsen drei Fälle von Fuchsräude diagnostiziert. In diesem Zusammenhang bittet der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen e.V., Helmut Nickel die Bevölkerung, jeglichen Kontakt mit zahm wirkenden Füchsen zu vermeiden und sofort den zuständigen Jagdpächter zu informieren. "Wenn Wildtiere ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren, ist Vorsicht geboten. Diese Tiere sind in der Regel krank und es besteht immer ein hohes Infektionsrisiko", warnt Nickel. Nach Nickels Worten ist Fuchsräude auf andere Säugetiere und auch auf Menschen übertragbar. Epide-mieartige Ausbrüche sind seither jedoch lediglich bei sozial lebenden Tieren, wie Fuchs und Wolf festgestellt worden. Dies erklärt sich durch das Zusammenleben von mehreren Tieren auf engstem Raum, wie z.B. beim Fuchs die gemeinsame Nutzung von Bauen und beim Wolf der Kontakt im Rudel.


Die Gefahr der Infektion sollte jedoch nicht unterschätzt werden, denn Hunde oder Katzen können nach einem unbemerkten Kontakt mit einem erkrankten Fuchs auch ganze Familien anstecken, ohne dass dies zunächst bemerkt wird. Dies gilt auch für Kontakte mit Weidevieh.


Die Auswirkungen auf eine Population durch das Auftreten der Räude hängt auf Grund der Übertragungsart wesentlich von deren Dichte ab. "Da andere Seuchen wie z.B. die Tollwut in Deutschland so gut wie nicht mehr auftreten, war es lediglich eine Frage des Zeitpunktes, dass bei den hohen Fuchsbesätzen die Fuchsräude kommt und sich ausbreitet", fährt Nickel fort. Um ein weitere Verbreitung der Räude zu unterbinden, sei es letztendlich auch eine moralische Verpflichtung für die Jägerinnen und Jäger, den Fuchs entsprechend scharf zu bejagen.


Auslöser für die Fuchsräude ist die sogenannte "Grabmilbe" Sarcoptes scabiei. Die Sarcoptes- Milbe lebt in der obersten Hautschicht ihres Wirtstieres, wo sie sich von Zell- und Gewebsflüssigkeit ernährt. Weibliche Milben bohren Gänge in die Haut, in die sie ihre Eier legen. Ein Weibchen legt während seiner drei- bis vierwöchigen Lebenszeit ca. 50 Eier. Die Entwicklung vom Ei über ein Larven- und Nymphen-stadium zum adulten Tier dauert etwa 10-20 Tage. Ohne Wirt überlebt die Milbe maximal 18 Tage. Die Krankheit zeigt bei befallenen Füchsen kahle Stellen am Kopf und Körper, sowie ein schuppiges Hautbild. Die Tiere leiden unter einem starken Juckreiz und scheuern die befallenen Hautstellen auf. Dies wiederum führt zu Sekun-därinfektionen. Außerdem geht mit fortschreitender Erkrankung eine zunehmende Abmagerung einher.


Die Erkrankung verläuft bei Wildtieren tödlich. Für infizierte Menschen und Haustiere gibt es Therapiemethoden. Nickel empfiehlt Tierhaltern, bei deren Tier ein Räudebefall festgestellt wurde, sich selbst sofort einer Therapie zu unterziehen.



28.11.05


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