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Epoche des freien Tierfangs

Von den Anfängen des Menschen als Jäger bis ins 8. Jahrhundert hinein durfte zu jeder Zeit alles Wild an jedem Ort mit allen Mitteln gefangen oder erlegt werden.

Dies Sachverhalt hatte aufgrund der dünnen Besiedelung keinen Einfluss auf die Bestände von wildlebenden Tiere.

Bannforst-Epoche

Im deutschen Bereich setzte sich im 7. Jahrhundert n. Chr. mit dem fränkischen Reich eine neue Bewertung der Jagd durch. Die Könige strebten nach einerjagdlichen Sonderstellung, die im 8. Jahrhundert weitgehend anerkannt wurde. Das Recht des freien Tierfangs wurde durch sogenannte Bannforste eingeschränkt, in denen der Herrscher sich die alleinige Nutzung vorbehielt und Förstern die Verwaltung übergab.
Die übergroße Jagdleidenschaft mancher Herrscher bot Anlaß zu heftiger Kritik. So war die Verpflichtung zu Jagdfrondiensten sowie der umfangreiche Jagd- undWildschaden in Flur und Wald eine der Ursachen für die Bauernkriege ab dem 14. / 15. Jahrhundert.

Jagdregal-Epoche

Im 13. / 14. Jahrhundert begann die königliche Zentralgewalt zu schwinden, die Macht der Landesherren wuchs. Das Bannrecht ging auf die Landesherren über, die das Jagdrecht in ihrem Territorium einforderten. Ab 1500 beanspruchte der Landesfürst das Jagdausübungsrecht nicht nur in den ehemaligen Bannforsten, sondern im ganzen Land (Jagdregal).

Gesetzloser Zustand

Mit der bürgerlichen Revolution im Jahre 1848 in Deutschland erfolgte eine Aufhebung derJagdregale.
Alle bisher geltenden Jagdgesetze (Schonzeiten) wurden aufgehoben. Viele Bauern
nutzten diesen fast gesetzlosen Zustand aus und es kam zur größten Wildmetzelei in der deutschen Jagdgeschichte. Es zeigte sich, daß auf diese Weise der Wildbestand bald ausgerottet sein würde.

Zersplitterte Gesetze

Im Jahre 1851 wurde unter dem Druck der öffentlichen Meinung gesetzlich verfügt, dass das Jagdrecht zwar dem Grundeigentümer zustehe, der Jagdbezirk aber eine Mindestgröße haben müsse. Das Jagdrecht konnte gepachtet und verpachtet werden und es musste eine behördlich ausgestellte Jagdkarte gelöst werden. Damit war unser heutiges Reviersystem entstanden.
Das Jagdrecht war jedoch völlig zersplittert. Jede Region handhabte die gleichen Dinge völlig unterschiedlich. Dies zeigt bereits die unterschiedliche Festlegung der Mindestgrößen in den verschiedenen Regionen. Diese Festlegungen bewegten sich zwischen 13 ha in Hohenzollern-Hechingen und 250 ha in Anhalt.

Reichsjagdgesetz

Der Durchbruch zu neuen jagdgesetzlichen Regelungen - wie Bewirtschaftung des Schalenwildes und Verbot des Schrotschusses auf Rehwild - kündigte sich1925 im Sächsischen, 1926 im Thüringischen Landesjagdgesetz und 1934 im Preußischen Jagdgesetz an.
Ein alles vereinheitlichendes Jagdgesetz wurde bereits ab 1931 ausgearbeitet und 1934 als Reichsjagdgesetz erlassen. Es schrieb unter anderem die Gründung vonJagdgenossenschaften, die behördliche Abschussplanung und die bestandeneJägerprüfung zur Erlangung eines Jagdscheines vor.

Bundesjagdgesetz

Nach 1945 wurde durch die Besatzungsmächte den deutschen Jägern das Führen von Waffen verboten. Die Jagd wurde in der Regel durch die Besatzer selbst ausgeführt, bis im Jahr 1953 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das "Bundesjagdgesetz" als Rahmengesetz erlassen wurde. Dem waren dann die Länderbestimmungen anzupassen.

Bundesjagdgesetz fällt der Föderalismusreform zum Opfer

Die EU-Gesetzgebung nimmt seit 1993 immer mehr Einfluss auf die Jagdgesetze der EU-Mitgliedsstaaten. Die Vorgaben der EU mussten bis 2006 von der Bundesregierung umgesetzt werden.

Ab 2007 wird wieder das Niveau der Zersplitterung wie vor 1934 sanktioniert

Aufgrund der Föderalismusreform und dem damit beschlossenen Wegfall der Rahmengesetzgebungskompetenz des Bundes kann jedes einzelne Bundesland sein eigenes Jagdgesetz erlassen.
Ein Rahmengesetz, das sich über Jahrzehnte bewährte und weltweit hohes Ansehen genoss, wurde aufgrund von Machtverteilungen abgeschafft. Damit wurde wieder das Niveau von 1934 und früher geschaffen (Zersplitterung des Jagdrechts in Deutschland).


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