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Jagd in Deutschland

Von den Anfängen des Menschen als Jäger bis ins 7. Jahrhundert hinein durfte zu jeder Zeit alles Wild an jedem Ort mit allen Mitteln gefangen oder erlegt werden. Entsprechend eng ist die Jagdgeschichte mit der Entwicklungsgeschichte der Menschheit verzahnt. Jagd prägte die Kultur, Sozialordnung, Sprache, Musik und Kunst. Selbst Mythos und Religion erscheinen zuerst im Umkreis jagdlicher Betätigung.

Eine erfolgreiche Jagd war die Voraussetzung für das Überleben. Die Beute diente ausschließlich der Lebens- und Nahrungssicherung, so wurden Felle für die Kleidung, Knochen für die Herstellung von Werkzeug und Waffen gebraucht. Das Fleisch war unerläßliche Grundlage der Ernährung.

Die Revolution von 1848 änderte die bisher bestehende Regelung. Endgültig wird die Jagd an den Besitz von Grund und Boden gebunden. Mindestgrößen der Jagdflächen wurden vorgeschrieben und Verpachtungen ermöglicht, soweit das Jagdausübungsrecht nicht selber genutzt wurde.

Der Durchbruch zu neuen jagdgesetzlichen Regelungen - wie Bewirtschaftung des Schalenwildes und Verbot des Schrotschusses auf Rehwild - kündigte sich 1925 im Sächsischen, 1926 im Thüringischen Landesjagdgesetz und 1934 im Preußischen Jagdgesetz an.

Jagd heute

Ziele und Aufgaben der heutigen Jagd sind unter anderem: nachhaltige Nutzung einzelner Wildarten unter Berücksichtigung der Sozialstruktur, Förderung der freilebenden Tierwelt durch Schutz und Erhaltung eines artenreichen und gesunden freilebenden Wildtierbestandes, Vermeidung von Wildschäden in einer ordnungsgemäß betriebenen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, Regulierung überhöhter Wildbestände.

Ausübung der Jagd

Die Jagd in Deutschland wird heute durch eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Erlassen geregelt.

Wer in Deutschland die Jagd ausüben will, muss zuvor eine Prüfung ablegen. Dort müssen die Kandidaten nicht nur ihre Zuverlässigkeit beim Schießen unter Beweis stellen, sondern sich auch eine Fülle von Fachwissen nachweisen.

Nach Ablegung einer erfolgreichen Jägerprüfung kann bei der Jagdbehörde der „Jagdschein“ beantragt werden. Doch alleine mit dem Erhalt des Jagscheines kann noch niemand die Jagd ausüben, denn die Jagdausübung beschränkt sich auf ein ausgewiesenes Territorium („Reviersystem“). Hierfür ist die Erteilung eines Jagderlaubnisscheines durch einen Jagdpächter oder durch die Forstbehörde erforderlich. Ein eigenes Revier kann nur pachten, wer mindestens drei Jahre praktische Erfahrungen im Jagdbetrieb erlangt hat.

Ist es nun endlich so weit mit der Jagdausübung, muss sich der Jäger oder die Jägerin strikt an die gesetzlichen Vorgaben und an sämtliche jägerischen Regeln halten, denn die Jagd in Deutschland wird durch eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Reglementierungen geregelt. Bei einem Verstoß droht der Entzug des Jagdscheines.

Jagdschutz und Hege

Der Jäger ist verpflichtet, Jagd und Hege so auszuüben, daß Land- und Forstwirtschaft möglichst nicht beeinträchtigt und Wildschäden soweit wie möglich vermieden werden.

Darüber hinaus hat der Jäger das Wild vor Wilderern und Wildseuchen, sowie vor wildernden Hunden und Katzen zu schützen. Zudem muss er dafür sorgen, dass die zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften auch von der Allge-meinheit berücksichtigt werden.

Das Ziel der Hege ist die Sicherstellung eines artenreichen und gesunden Wildbe-standes. Die Hege schließt die Pflege und den Schutz der Lebensräume für Wildtiere ein. Gemäß Bundesjagdgesetz ist die „Hegepflicht“ untrennbar mit dem Jagdrecht verbunden. Damit erstreckt sich diese Pflicht auch auf die Land- und Forstwirtschaft.

Jagdbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Dezember 2007


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