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Jägerschlag

 

Der „Jägerschlag“ bei der Jägervereinigung Oberhessen e.V.

Mit dem Jägerschlag wird nach erfolgreicher Ausbildung die Aufnahme eines Jägers oder einer Jägerin in die Jägerschaft zelebriert. Dieser Vorgang gehört zu den ältesten Brauchtümern der Jägerschaft und geht im Ursprung in eine Zeit zurück, als das Jägerhandwerk noch in einer 3jährigen Lehre bei einem Lehrherrn erlernt werden musste.

Während der Ausbildungszeit stieg der Jägerlehrling in jedem Jahr eine Stufe höher. So war er im ersten Jahr für die Betreuung der Jagdhunde zuständig und lernte, wie man sie ausbildet und wie man sie einsetzt. Im zweiten Jahr erlernte er das Schießen und durchlief eine jagdliche und forstliche Ausbildung. Im dritten Jahr wurde er dann als „Jägerbursche“ an die Praxis herangeführt.

Nach dem Abschluss der drei Lehrjahre wurde der „Jägeranwärter“ dann von seinem Lehrherrn im Rahmen einer Feier zum Jäger geschlagen.

Der Jägerschlag von „heute“ hat zwar Tradition, aber es hat sich seit damals - wie in allen anderen Bereichen auch - vieles verändert. So war die Jägerausbildung von einst absolut praxisbetont. Streng genommen bestand eigentlich die gesamte Ausbildung aus dem Erlernen von praktischen Abläufen.

Mit der Abnahme der Notwendigkeit, die Jagd zum Nahrungserwerb auszuüben, haben sich im Lauf der Zeit auch die Jägerschaft mehr und mehr vom Berufsjäger zum Freizeitjäger entwickelt. Diese Entwicklung hat sich auch aus der Tatsache heraus ergeben, dass mit der Verpachtung einer Jagd – sei es durch eine Genossenschaft oder von privat – wesentlich höhere Einnahmen erzielen lassen, als durch die Gewinnung von Wildbret. Hinzu kommt außerdem die Veränderung der Schwerpunkte in der Ausbildung. So beschränkt sich die Jägerausbildung heute mit Ausnahme der Schießausbildung im Wesentlichen auf die Vermittlung von theoretischem  Wissen. Fächer wie Jagdrecht, Naturschutz und Tierschutz spielen dabei Hauptrollen.

Der Jägerschlag am Ende der Ausbildung sollte jedoch trotz Weiterentwicklungen unserer Gesellschaft seinen ursprünglichen Sinn nicht verlieren und eine ehrenhafte Aufnahme in die Jägerschaft bedeuten. Bei der Jägervereinigung Oberhessen geschieht dies im Rahmen einer kleinen Feier – möglichst am Feuer in freier Natur - durch drei Schläge mit dem Waidblatt auf die Schulter. Dabei spielt die überlieferte Formel noch immer eine Rolle:

„Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weihn.

Der zweite Schlag soll Dir die Kraft verleih´n, zu üben stets das Rechte.

Der dritte Schlag soll Dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten!“



   
   
 

 


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