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              Jagdgebrauchshunde

 

Geschichtliches

Es war die Jagd, die vor Jahrtausenden Hund und Mensch zusammenführte. Als der Mensch erkannte, dass der Hund ihm mit seinem Geruchssinn beim Aufspüren des Wildes und bei dessen Verfolgung nützlich sein kann, machte er ihn zu seinem Weg-gefährten. Vom Erfolg der Jagd war immer das nackte Überleben abhängig. Aber auch die Bereitschaft, den Menschen gegen wehrhaftes Wild zu verteidigen, machte den Hund zu einem unentbehrlichen Helfer. So kam es, dass der Mensch der Urzeit nur „einen“ Hund kannte – den Jagdhund.

Im Laufe der Geschichte verbesserte der Mensch seine Jagdmethoden, was gleich-zeitig zu einer Spezialisierung der verschiedenen Hundetypen führt.

Nachdem in der Blütezeit des Fürstentums für die Jagd zu Pferde (Parforcejagd) ganze Hundemeuten eingesetzt wurden, änderte sich mit der bürgerlichen Revolution im Jahre 1848 die Jagdausübung wieder grundlegend. An die Stelle der Reiterjagd trat nun wieder die Einzeljagd, die von einem Jäger mit Hund ausgeübt wird. Damit stieg auch der Anspruch an einen vielseitig brauchbaren Hund vor und nach dem Schuss. Merkmale wie Spurwille und Wasserfreude, als unentbehrliche erbliche Anlagen, um Wild sowohl vor dem Schuss zu finden und aufzuspüren, als auch dieses nach dem Schuss zu apportieren oder dem Jäger zu verweisen gewannen immer mehr an Bedeutung in der Jagdhundezucht.


Deutsch Kurzhaar in Vorsteh-Pose

Der Jagdhund von heute

Heute teilt man die Jagdgebrauchshunde je nach Einsatzzweck in folgende Gruppen:

Vorstehhunde / Apportierhunde / Stöberhunde / Schweißhunde / Erdhunde / Bracken

 


Weimaraner nach erfolgreicher Nachsuche

Ausbildung und Prüfung

Von Geburt an müssen alle Jagdhunde bestimmte Fähigkeiten wie die gute Nase, Jagdpassion oder das Vorstehen mitbringen. Bevor jedoch die gut veranlagten Junghunde ihr Können in einer Prüfung unter Beweis stellen dürfen, müssen sie eine fast zweijährige Lernphase durchlaufen. Erfolgreiche Kandidaten erhalten dann die Bezeichnung "Brauchbarer Jagdhund". Die Prüfungen der Jagdgebrauchshunde haben zweierlei Funktionen. Zum einen sind sie für den Züchter wertvolles Hilfsmittel, um die Qualität seiner Zucht zu erkennen. Zum anderen bestätigen die Prüfungen die Brauchbarkeit des Jagdhundes und seine Einsatzfähigkeit im vielseitigen Jagdbetrieb.

Geprüfte Jagdhunde sind aber nicht nur nützliche Gefährten des Jägers, sondern vom Gesetzgeber aus Tierschutzgründen vorgeschrieben. Eine der Hauptaufgaben eines jeden Jagdhundes ist es, das beschossene Wild zu finden. Selbst ein tödlich getroffenes Wildschwein oder Reh flüchtet manchmal noch bis ins nächste Dickicht und wäre ohne den Hund nicht mehr wiederzufinden. Das kostbare Wildbret würde dann im Gestrüpp verludern.


Der Deutsche Jagdterrier eignet sich neben der Baujagd
auch für Drückjagden auf Schwarzwild

Spezialisten und „Vollgebrauchshunde“

Je nachdem, wie und was gejagt wird, sind unterschiedliche Eigenschaften des Hundes erforderlich. Die sogenannten Erdhunde Teckel und Terrier erledigen die Arbeit "unter Tage" besonders gut. Stöberhunde wie zum Beispiel die Deutschen Wachtelhunde sollen dem Jäger im Unterholz zuarbeiten und das Wild aus der Deckung treiben. Angesichts steigender Wildschweinbestände kann auf den Einsatz dieser Hunde nicht mehr verzichtet werden.

In früheren Zeiten wurden in sehr großen Revieren Bracken eingesetzt. Dort sucht der Hund weiträumig nach Wild und jagt es anhaltend lange seinem, am Jagdaus-gangspunkt wartenden Führer zu. Diese Jagdart geht über weite Strecken und dauerte lange. Daher ist die Ausübung der Brackenjagd (das Brackieren) nach dem Bundesjagdgesetz nur auf zusammenhängenden Flächen von mehr als 1.000 Hektar zulässig. Die heute überwiegenden Einsatzgebiete sind die Nachsuchenarbeit und Stöberjagd auf Schalenwild. Zu den bekanntesten Brackenrassen gehören die Deutsche Bracke, Brandelbracke, Tiroler Bracke, der Beagle und die westfälische Dachsbracke.
 


Beagle im Feld

Ein absoluter Spezialist für Nachsuchen ist zum Beispiel der Hannoversche Schweißhund. Besonders bei Wildunfällen müssen die Vertreter dieser Rasse heran. Wenn Wildtiere nur innere Verletzungen von einer solchen Karambolage da-von getragen haben, kann der Hund sich nicht an Blut (in der Jägersprache: „Schweiß“) orientieren. Nur die persönliche Duftmarke des angefahrenen Tieres weist dem Hund in diesen Fällen den Weg. Diese Hunde schaffen es selbst noch bei Fährten, die bereits mehrere Tage alt sind, ihren Hundeführer an krankes oder verendetes Wild heranzubringen.

Am häufigsten wird in Deutschland der Deutsch-Drahthaar geführt. Er gehört wie der Deutsch-Kurzhaar, Großer und Kleiner Münsterländer, Deutsch-Langhaar, Weimaraner, sowie Irish- und Gordon-Setter zu den Vorstehhunden. Vorsteh-hunde gehören zu den am häufigsten geführten Jagdhunden. Sie repräsentieren den sogenannten "Vollgebrauchshund". Die Hunde sind für alle anfallenden Arbeiten (ausgenommen Bauarbeit) in Feld, Wald und Wasser brauchbar. Das besondere Verhalten, das diese Hunde auszeichnet, ist das sogenannte Vorstehen. Ein Vor-stehhund, der bei der Suche Witterung des Wildes aufnimmt, unterbricht sein Suchen und bleibt ruckartig stehen. Am bekanntesten ist die Vorstehphase, in welcher der Hund einen Vorderlauf anhebt und mit dem Kopf in Richtung des Wildes zeigt.


Deutsch Drahthaar apportiert Schnepfe

Ohne Gehorsam geht es nicht

Ohne Gehorsam geht es selbstverständlich nicht. Der Hund muß Gegenstände apportieren, einwandfrei bei Fuß laufen oder sich Ablegen lassen. Das heißt, der Hund bleibt an seinem Platz liegen, wenn sich sein Hundeführer von ihm entfernt, bis er wieder abgeholt wird. Auch die „Notbremse“ muss zum Schutz des Wildes funktionieren. Bei dem Kommando "Down" muss der Hund sogar bei einer aufgenommen Hetze sofort stoppen und sich auf den Boden drücken.

Hundeprüfungen

Die Jagdeignungsprüfung (JEP):

Die meisten Bundesländer schreiben vor, dass in jedem Jagdbetrieb (Eigen- und Pachtjagden) ein brauchbarer Jagdhund zur Verfügung stehen muss und bei Such-, Drück- und Treibjagden, bei der Bejagung von Schnepfen und Wasserwild und bei jeder Nachsuche eingesetzt werden muss. Das Land Hessen hat dazu eine eigene Prüfungsordnung erlassen, nach der die Brauchbarkeit  der Hunde nachgewiesen werden muss. Geprüft werden die Hunde auf die Arbeit nach dem Schuss, Gehorsam und Wesensfestigkeit.

Verbandsjugendprüfung (VJP):

Sinn und Aufgabe dieser Prüfung ist es, die Anlagen des Jagdhundes festzustellen, um so auf seine spätere Eignung und Verwendung im Jagdbetrieb schließen zu können. Die VJP beinhaltet bei den Vorstehhunden fünf Prüfungsfächer und dauert einen Tag.

Herbstzuchtprüfung (HZP): Im Herbst des 2. Lebensjahres müssen die Hunde zeigen, wie sich ihre erblichen Anlagen unter dem Einfluss der Ausbildung weiterentwickelt haben. Es werden neben den reinen Erbanlagen auch folgende Leistungen verlangt: Verlorenbringen auf Haar- und Federwildschleppe, Wasserarbeit sowie Gehorsam. Hinzu kommt eine Beurteilung des Formwertes, die Auskunft über die körperliche Entwicklung gibt. Die HZP beinhaltet bei den Vorstehhunden elf Prüfungsfächer mit mehreren Unterfächern und dauert einen Tag.

Verbandsgebrauchsprüfung (VGP):

Sie gilt als reine Leistungsprüfung, auch Meisterprüfung genannt. Zur Prüfung gehören alle in Betracht kommenden Arbeiten vor dem Schuss (bei Vorstehhunden: Suche mit Vorstehen, Buschieren, Stöbern, Wasserarbeit) Schweißarbeit, Verlorenbringen von Haar- und Federwild auf einer Schleppe, Stöberarbeit und Verlorenbringen aus tiefem Schilfwasser. Besonderer Wert wird auf einen exakten Gehorsam und das Freisein von körperlichen Fehlern gelegt. Die VGP besteht aus fünf Hauptprüfungsfächer, die nochmals in über 30 Einzelbenotungen unterteilt werden. Die Prüfung dauert zwei Tage.

Zusätzliche Prüfungen sind: Verbands-Schweißprüfung, Bringtreueprüfung und Verlorenbringer-Prüfung.

Prüfungen, die der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) und seine Untergliederungen abhalten, sind keine sportlichen Veranstaltungen, die den Gewinn eines Pokals zum Ziel haben. Diese Wettbewerbe dienen allein züchterischen Aspekten und bestätigen leistungs- und wesensstarke Hunde für die Jagd.

Hundehaltung

     
     







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